Fast jeder von uns kennt sie, niemand mag sie; fast unausweichlich kommt es bei einem Großteil aller Frauen jeden Monat erneut zu unangenehmen Regelschmerzen. Ziehende Schmerzen im Unterleib sind nur ein Anriss dessen, was wir Frauen jeden Monat durchmachen müssen.

Mit meinen Tipps und kleinen Tricks zeige ich Dir, wie Du Dich künftig nicht weiter mit den immer wiederkehrenden Symptomen weiter abfinden musst.

Wie entstehen Regelschmerzen?

Menstruationsbeschwerden haben ihren Usprung in einem Cocktail aus Hormonen, welche für den Eisprung und den Gebärmutterschleimhautaufbau verantwortlich sind.

Der monatliche Ablauf ist ständig der Gleiche. Nachdem befruchtungsfähige Eizellen herangereift sind, stößt unser Körper die nicht mehr benötigte überschüssige Schleimhaut wieder ab, sofern es zu keiner Befruchtung gekommen ist.

Für diesen Vorgang sind unterschiedliche Hormone notwendig. Östrogene müssen hierzu im Uterus Prostagladine freisetzen. Dadurch steigt die Konzentration dieser Hormone während der Menstruation immens an und führt zu Kontraktionen der Gebärmutter.

Diese Verkrampfungen sind zwar dafür nötig, dass die nicht mehr benötigte Schleimhaut wieder abgestoßen werden kann, die ständigen Muskelverkrampfungen führen jedoch auch zu Schmerzen.  

Neben Unterleibsschmerzen und ausstrahlenden Schmerzen in den Rückenbereich kommt es auch zu Begleitsymptomen wie Kopfschmerzen, Übelkeit und sogar Erbrechen.

Wie lange können Regelschmerzen anhalten?

Empfindsame Frauen berichten darüber, selbst ihren Eisprung zu spüren. Die eigentlichen Regelschmerzen treten jedoch
kurz vor dem Einsetzen der monatlichen Regelblutung auf.

Innerhalb der ersten Tage der Menstruation erreichen sie meist ihren Höhepunkt und schwächen im Verlauf der Periode wieder ab. Teilweise empfinden Frauen die Schmerzen als so intensiv, dass sie sich in ihrem gewohnten Tagesablauf und Alltag stark beeinträchtigt fühlen.

Häufige Symptome von Regelschmerzen

Die häufigsten Symptome bei Regelschmerzen sind Unterleibsschmerzen, welche auch in den Rücken
ausstrahlen
können, Rückenschmerzen allgemein, Schmerzen in den Beinen, Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall.

Besonders häufig betroffen sind:

  • Frauen, bei welchen die Periode sehr früh eingesetzt hat (unter zwölf Jahren).
  • Junge, schlanke Frauen.
  • Frauen, bei welchen auch andere Frauen in der Familie unter Periodenschmerzen leiden.
  • Ein besonders langer Menstruationszyklus.
  • Auch Sorgen, Stress und Ängste können die Schmerzen verstärken.

Die Geburt eines Kindes kann die Schmerzen sowohl verschlimmern, als auch nachhaltig verbessern.

Was können Regelschmerzen noch bedeuten?

Regelschmerzen sind in aller Regel harmlos. Trotzdem können Regelschmerzen aber auch ein Symptom einer anderen Erkrankung sein. Den sogenannten sekundären Regelschmerzen liegen organische oder gynäkologisch abklärungsbedrüftige Ursachen zu Grunde:

  • Endometriose:
  • Bei einer Endometriose befindet sich die Gebärmutterschleimhaut nicht nur innerhalb der der Gebärmutter, sondern kann auch vereinzelt in anderen Körperbereichen, insbesondere im Beckenbereich vorkommen. Starke Regelschmerzen und schmerzhafter Geschlechtsverkehr können Hinweise auf diese Erkrankung liefern. Auch Zyklusschwankungen und Schmierblutungen können ein Hinweis sein.

  • Myome und Polypen:
  • Myome und Polypen sind gutartige Geschwulste und Gewebeveränderungen, welche an der Muskulatur oder am Hals der Gebärmutter Zwischenblutungen und Regelschmerzen verursachen.

  • Krebs:
  • Bösartige Veränderungen des Uterusbereich wie Gebärmutterhalskrebs oder Eierstockkrebs sind im Anfangsstadium zumeist schmerzlos. Erst später verursachen sie Schmerzen und Beschwerden. Ungewöhnlich lange Blutungen oder bräunlich/rötlicher Ausfluss nach dem Eintreten der Wechseljahre sind ein Grund, ärztlichen Rat einzuholen.

  • Entzündliche Veränderungen des Uterus:
  • Scheideninfektionen, chronische Eileiterentzündungen oder andere entzündliche Veränderungen können zu starken Schmerzen während der Periode oder des Eisprungs führen.

  • Verhütungsmittel:
  • Insbesondere die Spirale ist bekannt dafür, zu vermehrten Periodenschmerzen zu führen.

Das kann bei Regelschmerzen helfen

Die Wahl an kleinen Helfern, welche Zyklusschmerzen lindern können, ist glücklicherweise lang. Selbst kleine Veränderungen können oft schon dazu beitragen, die Schmerzen zu reduzieren.

Mit meinen kleinen Tipps und Tricks zeige ich Dir, wie auch Du künftig keine Angst mehr vor den gefürchteten monatlichen Schmerzen haben musst.

Der natürliche Weg

Die natürlichen Möglichkeiten der Schmerzlinderung sind meist sanft, gut verträglich und für jede Frau geeignet.

  • Bewegung:
  • Da Deine Gebärmutter während der Periode schlechter durchblutet ist, können Sportarten wie Yoga, Nordic Walking oder Joggen die Durchblutung anregen, die Gefäße weiten und die Muskulatur im Beckenbereich auflockern.

  • Wärme:
  • Altbewährt und noch immer gut. Die gute, alte Wärmfalsche ist nicht umsonst das Mittel der Wahl bei Periodenschmerzen. Wärme entspannt die Muskulatur und wirkt entkrampfend.

  • Natur Apotheke:
  • Tee und Supplements mit Schafgarbe, Mönchspfeffer, Johanniskraut oder Melisse sind bekannt dafür, Frauenbeschwerden der unterschiedlichsten Art zu lindern.  

  • Akupressur:
  • Auch Akupressur kann Regelschmerzen deutlich lindern. Als Triggerpunkt gilt der Bereich eine handbreit unterhalb des Bauchnabels. Auch die Knieinnenseite und das Kniegelenk sind geeignete Akupressurpunkte.

  • Ernährung:
  • Hülsenfrüchte, Vollkornreis und Nüsse stecken voller wichtiger Nährstoffe, die Dein Körper während der Menstruation dringend braucht. Insbesondere Magnesium lindert Krämpfe und beugt diesen bereits vor. Solltest Du unter sehr starken Blutungen leiden, können Lebensmittel mit einem hohen Eisenanteil den Mangelbedarf wieder ausgleichen. Am besten beginnst Du bereits vor Einsetzen Deiner Periode mit einer entsprechenden Ernährung.  

  • Sex:
  • Das wohl schönste Hausmittel gegen Menstruationsbeschwerden ist Sex. Beim Orgasmus werden nicht nur Glückshormone freigesetzt, auch die Muskulatur im Becken wird gelockert und die Durchblutung gefördert.

  • Hormonelle Verhütungsmittel wie die Pille:
  • Auch die Pille wird von Frauen aufgrund ihrer positiven Wirkung auf Regelschmerzen eingenommen. Die künstliche Dosis Hormone sorgen dafür, dass sich die Schleimhaut der Gebärmutter während des Zyklus nicht zu stark aufbaut und im Zuge dessen während der Monatsblutung auch weniger Schleimhaut abgestoßen werden muss. Die Blutung wird hierdurch schwächer und erträglicher. Teilweise kann die Einnahme von hormonellen Verhütungsmitteln sogar dazu führen, dass es zu überhaupt keinen Regelschmerzen mehr kommt.

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Medikamente und Arznei

Wenn Hausmittelchen und die Kraft der Natur keine Linderung bringen und Dich die Schmerzen zunehmend belasten, können Schmerz- und andere Arzneimittel ein paar Stunden schmerzfreiheit schaffen.

Bei Menstruationsbeschwerden werden die Produkte Buscupan, Ibuprofen und Dolormin am häufigsten eingesetzt:

  • Ibuprofen: Medikamente mit dem Wirkstoff Ibuprofen sind für alle Arten für Schmerzen geeignet. Auch bei Regelschmerzen gilt Ibuprofen als gut verträglich und schnell wirksam.
  • Die genaue Dosierung ist abhängig von dem jeweiligen Produkt und sollte der Packungsbeilage entnommen werden.

  • Dolormin: Auch das Medikament Dolomin enthält den Wirkstoff Ibuprofen. „Dolormin für Frauen“ hingegen ist ein spezielles Schmerzmittel bei Periodenschmerzen. Hier ist der Wirkstoff Naproxen.
  • Dosierung: 1-2 Tabletten

    Folgedosis: 1 Tablette / 1-3 mal täglich

  • Buscopan: Auch Buscopan enthält den Wirkstoff Naproxen. Dieser entspannt die verkrampfte Muskulatur nachhaltig und ist daher ein ebenso gerne verwendetes Mittel der Wahl bei Menstruationsbeschwerden.
  • Dosierung: 1 – 2 Dragées

    Folgedosis: Die tägliche Höchstdosierung beträgt 3 x täglich 1-2 Dragées täglich. Das Produkt sollte nicht länger als fünf Tage eingenommen werden.  

    Die Einnahme von Schmerzmitteln solltest jedoch auch während der Periode nicht zur Gewohnheit werden. Sofern sich Deine Schmerzen auch mit rezeptfreien Schmerzmitteln nicht mehr in den Griff bekommen lassen, ist es Zeit einen Gynäkologen zu konsultieren.

Ab wann solltest Du zum Arzt?

Sofern Du bereits seit längerem unter Regelschmerzen leidest, wirst Du den Symptomen wahrscheinlich keine große Bedeutung mehr zumessen. Trotzdem solltest Du Veränderungen oder Verschlimmerungen der Schmerzen nicht auf die leichte Schulter nehmen.

Anlass für einen Arztbesuch ist es beispielsweise, wenn die Regelschmerzen erst kürzlich aufgetreten sind und zuvor keine Beschwerden vorhanden waren. Starke Regelschmerzen, welche Deinen Alltag immens beeinträchtigen oder als sehr belastend empfunden werden, bedürfen ebenso einer Vorstellung beim Gynäkologen.

Auch sofern sich die Dauer, die Schmerzintensität oder die Blutungen verändern, ist es ratsam, die
Angelegenheit mit einem Arzt abzuklären.

Zudem solltest Du insbesondere nach den Wechseljahren ein Auge auf unregelmäßige Blutungen, Schmierblutungen oder schmerzhaften Ausfluss haben. Dies kann ein Anzeichen für Erkrankungen für Tumore liefern.

FAQs

Kurz und übersichtlich: Die häufigsten FAQ’s in der knappen Übersicht beantworten Dir alles, was Dir zum Thema Regelschmerzen noch auf dem Herzen liegt.


Was verursacht Regelschmerzen?

Regelschmerzen werden durch die Abstoßung überflüssiger Gebärmutterschleimhaut verursacht:

  1. Befruchtungsfähige Eizellen reifen in den Eierstöcken heran.
  2. Unbefruchtete Eizellen werden ausgeschieden.
  3. Die Gebärmutterschleimhaut wird ausgestoßen und die Periodenblutung tritt ein.
  4. Prostaglandine werden gebildet, um diesen Prozess zu beschleunigen.
  5. Muskelkontraktionen werden ausgelöst und Schmerzen im Uterus ausgelöst.
Regelschmerzen trotz Pille? – Ist das normal?

Regelschmerzen trotz Pille sind ungewöhnlich, aber nicht ausgeschlossen. Eine Ursache hierfür kann beispielsweise eine zu gering dosierte Pille sein.

Können Regelschmerzen trotz Schwangerschaft auftreten?

Während der Schwangerschaft setzt die Regelblutung aus und somit auch Regelschmerzen. Besonders in den ersten Wochen der Schwangerschaft gehen Schmerzen im Unterbauchbereich auf die Dehnung der Mutterbänder zurück und sind harmlos. Bei anhaltenden Schmerzen solltest Du dennoch Deinen Arzt aufsuchen.

Davon abgesehen können regelartige Schmerzen im Frühstadion der Schwangerschaft jedoch auch auf eine Eileiterschwangerschaft hindeuten. Diese gefährliche Komplikation kann schlimmstenfalls lebensgefährlich werden. Einseitige, starke Unterleibsschmerzen im Zusammenhang mit Schmierblutungen nach einer ausbleibenden Periode sind eines der kennzeichnenden Symptome.

Wie viel Buscupan darf man nehmen?

Laut dem Beipackzettel von Buscopan dürfen Schulkinder und Erwachsene dreimal täglich ein bis zwei Dragees mit Flüssigkeit einnehmen. Die Dragees sollten nicht zerkaut werden.


Fazit

Regelschmerzen sind ärgerlich und unangenehm. Trotzdem sind sie in den allermeisten Fällen auszuhalten. Die Gewissheit, dass der böse Spuk spätestens nach ein paar Tagen wieder vorbei ist, hält uns meistens gekonnt über Wasser.

Falls die Schmerzen doch mal schlimmer sein sollten, bringen meist schon ein paar kleine Umstellungen der Lebensgewohnheiten oder die Hilfe aus der Natur deutliche Linderung.

Spätestens wenn die Schmerzen jedoch unerträglich sind oder sich verändern, solltest Du Dich nicht scheuen, die Angelegenheit ärztlich abklären zu lassen.


Quellenverzeichnis

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